Leitbild der Gemeinde

Leitbild – Gemeinde Steinbach an der Steyr

 

Ein Leitbild – wozu?

 

Ø      Es soll allen Bürgern unseres Ortes, den Menschen in den Nachbargemeinden und in der Region sowie den Politikern und Beamten von Bezirk und Land, insbesondere aber auch jenen, die zum ersten Mal mit uns Kontakt haben, ein Bild vom "Geist" unserer Gemeinde geben.

 

Ø      Es soll insbesondere für die Verantwortlichen der Gemeinde den Rahmen und die Richtlinien für die gemeinsame politische Arbeit darstellen und als eine lokale Agenda der nachhaltigen Entwicklung dienen.

 

Ø      Es soll den Bürgern, Partnern und öffentlichen Institutionen glaubhaft vermitteln, dass eine Gemeinde, die sich mit so großer Mühe dem Leitbildprozess unterzogen hat, weiß was sie will, und wie sie die erarbeiteten Ziele erreichen möchte.

 

 

Wir über uns

 

Die Gemeinde Steinbach an der Steyr erstreckt sich auf eine Fläche von 28,22 km² im oberösterreichischen Alpenvorland. Zu ihr gehören außer dem Ort Steinbach an der Steyr die Katastralgemeinden Forstau, Zehetner und Pieslwang. Die anmutige Landschaft wird geprägt durch einen reichen Wechsel von Wiese, Feld und Wald.

 

Die Zahl der Bevölkerung ist wiederum gestiegen und beläuft sich auf 2.085 Personen. Zum Teil leben die Menschen von der Landwirtschaft. Im Ort selbst gibt es zunehmend Gewerbe- und Dienstleistungsbetriebe, trotzdem muss der überwiegende Anteil der Arbeiter und Angestellten ihren Arbeitsplatz außerhalb der Gemeinde wahrnehmen.

 

Der geschlossene Ortskern liegt auf 380 m Seehöhe und stellt ein historisch gewachsenes Ortsbild dar. Von den Flussterrassen steigt das Gelände in sanft geböschten Hängen mit zahlreichen Vierkanthöfen bis zur Wasserscheide zwischen dem Enns- und Steyrtal.

 

Die höchstgelegenen und über die Region hinaus bekannten Ausflugsziele im Gemeindegebiet liegen auf 800 bis 1.200 m Seehöhe.

 

Seehöhe                                             380 m - 1200 m

Gesamtfläche                                              28,22 km²

Nutzfläche                                                         48,3 %

Wald                                                                    36 %

Dauersiedlungsraum                                        62,3 %

Bevölkerungsdichte                                  74 EW/km2

Privathaushalte                                                      665

Anzahl der landwirt-

schaftlichen Betriebe                                             105

Anzahl der Gewerbe- und

Dienstleistungsbetriebe                                           52

Anzahl der Arbeitsplätze                                        192

 


Beständige Werte – stetige Entwicklung

 

 

Leitbild Steinbach an der Steyr

 

 

Langfristig und nachhaltig

 

Unsere Entscheidungen und Handlungen orientieren sich nicht an kurzfristigen Erfolgen, sondern an der langfristigen Sicherung der Lebensqualität gegenwärtiger und künftiger Generationen.

Wirtschaftliche Belastungen für die Zukunft werden in zumutbaren Grenzen gehalten.

Im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung sehen wir die Bewahrung unserer natürlichen Lebensgrundlagen, ein ausgewogenes soziales Miteinander und erfolgreiches Wirtschaften nicht im Gegensatz zueinander stehend, sondern als innere Einheiten.

 

 

Identität - "sich daheim fühlen"

 

Angesichts der vielen Veränderungen rund um uns gehen wir behutsam mit dem Gewachsenen und Vertrauten um. Dies bezieht sich besonders auf das reiche kulturelle Erbe, die vielfältige feingliedrige Landschaft und das gewachsene Ortsbild.

Geborgenheit und “sich daheim fühlen” sollen durch lebendige Beziehungen der Menschen zueinander erlebbar sein.

 

 

Selbstversorgung und Nähe

 

Wir streben einen höchstmöglichen Grad an Selbstversorgung mit naturnah erzeugten Lebensmitteln, nachwachsender Energie und wichtigen Dienstleistungen an.

Durch bewusstes Verhalten beim Einkaufen, bei der Auftragsvergabe und in der Freizeitgestaltung tragen wir auch persönlich zur Stärkung von “Strukturen der Nähe” bei.

Der Erhaltung bestehender und der Schaffung neuer Arbeitsplätze vor Ort schenken wir besondere Beachtung.

 

 

Eigenverantwortung, Partnerschaft und Solidarität

 

Im Bewusstsein unserer christlichen und sozialen Wurzeln wollen wir im privaten wie auch im wirtschaftlichen Umgang miteinander die Eigenverantwortung wahrnehmen und gleichzeitig Partnerschaft und Solidarität bewusst leben.

Wir übernehmen Mitverantwortung für die Schwachen und Bedürftigen in der eigenen Familie, in der Gemeinde und in der Region.

 

 

Bürgerbeteiligung und Patentschutz der Ideen

 

Das bewusste Miteinander-Arbeiten und -Gestalten soll jedem Gemeindebürger neue Freude und persönliche Wertschätzung erfahrbar machen.

Wir betrachten die Fähigkeiten und Talente unserer Bürgerinnen und Bürger als wertvolle Grundlage zur Mitgestaltung. Ein Klima der Kreativität und der Erneuerung, das vielversprechende Ideen aus allen Bevölkerungsschichten verwirklichen hilft, ist zu fördern.

Wir wollen die Urheber neuer Ideen wertschätzen, den „Patentschutz“ wahren und uns nicht mit „fremden Federn“ schmücken.

 


Neue politische Kultur

 

Die politischen Verantwortlichen der Gemeinde nehmen die Herausforderung an, im Sinne des Leitbildes als Vorbilder zu wirken.

Die erfolgreichen Erfahrungen mit der “neuen politischen Kultur” wollen wir konsequent weiterführen. Verantwortung wie Erfolg werden gemeinsam geteilt.

Bei auftretenden Konflikten und Missverständnissen bemühen wir uns um eine rasche sachliche Klärung.

 

 

Von der Vision zum Handeln

 

Wir wissen, dass es zunächst bestimmter „Visionen“, weiters konkreter Ziele und schließlich konsequenter Aktivitäten bedarf, um die erfolgreiche Entwicklung unserer Gemeinde weiterzuführen. Diese werden periodisch den neuen Herausforderungen angepasst.


Die vier Säulen des "Steinbacher Weges"

 

 

1.        Dorfgemeinschaft und Lebensqualität

 

Wir empfinden eine funktionierende Dorfgemeinschaft als wesentliche Voraussetzung für eine hohe Lebensqualität. Wir werden sie daher im täglichen Umgang miteinander und nicht nur bei Veranstaltungen pflegen; denn sie ist mitentscheidend, wie "daheim" wir uns in Steinbach fühlen.

Das Miteinander der Generationen liegt uns besonders am Herzen. Unseren alten und gebrechlichen Mitbürgern wollen wir daher genauso Respekt und Anerkennung entgegenbringen wie unseren jungen Mitbürgern. Wir helfen ihnen, wenn sie uns brauchen , und setzen ihre Fähigkeiten und Erfahrungen für die Entwicklung unserer Gemeinschaft gerne ein.

Vor allem im fürsorglichen Umgang mit den alten und kranken Menschen soll die Dankbarkeit für das  hinterlassene Erbe gezeigt und der Wunsch erkennbar werden, wie wir selbst einmal behandelt werden möchten.

 

Wir werden die Familie auch künftig als Kern einer intakten Gesellschaft und als Schlüssel für das Zusammenleben verschiedener Generationen sehen und stärken. Damit wollen wir der Isolation des Einzelnen in der Gesellschaft vorbeugen und die Sozialleistungen langfristig finanzierbar halten.

Gleichzeitig wollen wir damit schon frühzeitig das gegenseitige Verständnis für die Sorgen und Anliegen der anderen Generationen ermöglichen.

 

Die Mitarbeit vieler Jugendlicher in den örtlichen Vereinen freut uns. Die Gemeinde arbeitet daher eng mit den Vereinen zusammen, die sich um die Jugend und um die Lebensqualität in der Gemeinde bemühen. Wir unterstützen sie bei ihrer gemeinnützigen Tätigkeit und schätzen ihre Leistungen.

Durch gemeinsame Veranstaltungen aber auch durch gemeinsame Investitionen arbeiten die Vereine künftig noch enger zusammen und unterstützen sich gegenseitig. Sie verstärken ihre Funktion als Brücke zwischen den Generationen und den verschiedenen Kulturen.

Gleichzeitig wollen wir auch jenen Kindern und Jugendlichen, die nicht in Vereinen integriert sind oder aus anderen Gründen weniger Anschluss zur Gemeinschaft haben, künftig besondere Aufmerksamkeit schenken. Wir werden gemeinsam mit ihnen nach Möglichkeiten suchen, wie sie ihre Vorstellungen in die Gemeinschaft einbringen können.

 

Die Beziehung zur kirchlichen Gemeinde wird bewusst gesucht und gepflegt. Das beidseitige Bildungsangebot wird inhaltlich und zeitlich abgestimmt und gemeinsam genutzt.

Auch unseren Besuchern und Gästen sowie unseren ausländischen Mitbürgern wollen wir offen und freundschaftlich gegenübertreten. Wir möchten soweit als möglich Beziehungen zu ihnen aufbauen, damit sie an unserer Dorfgemeinschaft  teilhaben können.

Damit das gelingt, werden wir bei den Besuchern keine Massen ansprechen und bei den ausländischen Mitbürgern keine "slum"-ähnlichen Konzentrationen zulassen.

 

Wir wollen die Räume sichern, in denen die Dorfgemeinschaft gepflegt wird und sich weiterentwickeln kann. Unser Ortskern wird daher in seiner Funktion als Lebens- und Wirtschaftsraum gestärkt, er darf kein Freilichtmuseum werden.

Die vorhandene Bausubstanz wollen wir erhalten und qualitativ verbessern, um eine zeitgemäße Nutzung der Objekte zu sichern und bei Bedarf auch eine vernünftige Weiternutzung suchen.

Die Möglichkeiten zur Naherholung und zur Freizeitgestaltung in der Gemeinde  werden weiter ausgebaut. Bestehende Freizeiteinrichtungen werden attraktiv erhalten. Die Bürger werden über das vorhandene Angebot laufend informiert.

 

Wir sind uns bewusst, dass die Dorfgemeinschaft nicht die Verantwortung des Einzelnen für sich und sein privates Umfeld ersetzen kann. Wir wollen daher zur Eigenverantwortung, insbesondere für die körperliche und seelische Gesundheit ermutigen und befähigen.

 

 

2.        Kultur und Identität

 

Trotz gebotener finanzieller Sparsamkeit darf die Förderung einer lebendigen Kultur nicht vernachlässigt werden. Ein wesentliches Element unser Identität wird damit als treibende Kraft für eine aktive Ortsentwicklung gestärkt.

Uns ist bewusst, dass die innerste Wurzel einer lebendigen Kultur in einem positiven Umgang miteinander begründet ist. Aus diesem Grund ist es das Ziel unserer kulturellen Bemühungen, neben der Stärkung der eigenen Identität ein Klima der Toleranz und des Verständnisses auch für das “Andere” zu schaffen

 

Die vorhandenen Dokumentationen und das erworbene Wissen über die Geschichte unserer Gemeinde sollen attraktiv an Gemeindebürger und Gäste weiter vermittelt werden und in die Gestaltung der Zukunft einfließen.

 

Das historische Ortsbild wird als “gewachsenes Gesicht” des Dorfes mit Umsicht und Gespür erhalten und gepflegt. Nicht nur bei Maßnahmen größeren Umfanges, sondern auch bei den vielen prägenden Kleinigkeiten streben wir ein harmonisches Ganzes an.

In diesem Sinne sind wir alle für die Qualität unseres Ortsbildes mitverantwortlich und leisten im eigenen Bereich unseren positiven Beitrag.

Die Attraktivität unseres Ortes und seine Sehenswürdigkeiten sollen auch für Besucher und Gäste zugänglich sein.

 

Die Erhaltung der alten Bauernhäuser als Symbol einer gewachsenen bäuerlichen Kultur ist uns ein großes Anliegen. Die gefährdete Bausubstanz wollen wir möglichst stilgerecht sanieren, erhalten und nutzen. Nicht sanierbare Gebäudereste wollen wir zur Verbesserung des  Landschaftsbildes  ehest möglichst  abtragen.

In einer liebevollen Pflege unseres Friedhofes soll die Wertschätzung und Erinnerung an unsere verstorbenen Vorfahren und die Verbundenheit mit ihnen spürbar werden.

 

Die Bemühungen zur Belebung der regionalen Volkskultur werden weitergeführt. Offenheit für neue kulturelle Impulse wird gefördert und entsprechende Angebote dafür werden erarbeitet.

Die Bereitschaft zur Auseinandersetzung mit anderen Formen und Ausprägungen von Kultur soll unsere Weltoffenheit fördern. Möglichkeiten zum aktiven Kulturaustausch nach außen werden aktiv gesucht.

 

 

3.        Arbeit und Wirtschaft

 

Die Lebensqualität unseres Ortes soll durch die bewusste Unterstützung von Kleingewerbe und Nahversorgung gesichert werden. Die Vielfalt der Nahversorgung soll in einer der Größe der Gemeinde entsprechenden Form erhalten bzw. ausgebaut werden.

 

Die Wirtschaftspartner, Vereine, die Gemeindeverwaltung und die Konsumenten bemühen sich, ihre Nachfrage nach Produkten und Dienstleistungen vorrangig im Ort bzw. in der Region zu decken.

Durch unternehmerisches Denken und gezieltes Entwickeln der eigenen Stärken und Potentiale werden vorrangig in der Region bestehende Märkte erhalten und neue Marktnischen erschlossen. Neuen Produkten und Dienstleistungen wird großes Augenmerk geschenkt.

Wir wollen die bestehenden Angebote eines Erlebnis-, Lern- und Exkursionstourismus, der die Besucher zu eigenem Handeln motivieren soll, erweitern. Die dadurch erzielte zusätzliche Wertschöpfung soll vorrangig die lokalen Wirtschaftskreisläufe stärken und das Erhalten der Infrastruktur, die auch der Lebensqualität der Ortsbewohner dient, absichern helfen. Diese besondere Art von “sanftem Tourismus” bedarf der aktiven Mitarbeit der Gemeindebürger.

Eine Vielzahl kleiner Schritte und Bemühungen sind für die Erhaltung bestehender und Schaffung neuer Arbeitsplätze notwendig. In Landwirtschaft, Gewerbe und Industrie sind potentielle Betriebsgründer zu ermutigen, Innovationen anzuregen und zu unterstützen sowie Vernetzungen und günstige Voraussetzungen herzustellen. Die Möglichkeiten der Telearbeit werden verstärkt in die Überlegungen mit einbezogen.

 

 

4.        Natur und Umwelt

 

Mit dem nicht vermehrbaren Grund und Boden wollen wir sparsam, verantwortungsbewusst und schonend umgehen. In der Raumordnung wird einer bodensparenden und den Ortskern stärkenden Entwicklung besondere Bedeutung beigemessen. Jeder Form von Zersiedelung soll entgegengetreten werden.

 

Unsere naturnahe gewachsene Kulturlandschaft soll in ihrer Unverwechselbarkeit und mit ihren prägenden Elementen (Obstgärten, Obstbaumreihen, Ufergehölze, Hecken und markanten Einzelbäumen) durch eine flächendeckende bäuerliche Landwirtschaft erhalten bleiben. Als erstrebenswert erscheint uns eine hohe Anzahl biologisch-organisch wirtschaftender Bauern, deren Produkte auch zur Stärkung und Sicherung der Nahversorger unserer Region (Geschäfte und Wirte) beitragen sollen. Eine Verwaldung der Landschaft wollen wir vermeiden und bei Aufforstungen Mischwälder mit standortgerechten  Baumarten begründen.

Die Vielfalt an Tier- und Pflanzenarten und schützenswerten Biotopen soll erhalten und stärker ins Bewusstsein der Bürger gebracht werden. Besonders unseren Kindern wollen wir ein Bewusstsein und ein Verständnis für die Werte der Natur vermitteln.

Die Umsetzung des dezentralen Abwasserentsorgungskonzeptes wird zügig fortgesetzt.

 

Wir wollen durch gezielte Öffentlichkeitsarbeit und durch eigenes Beispiel Abfälle vermeiden. Bei der Beschaffung wird umweltfreundlichen Produkten der Vorrang gegeben. Die Möglichkeiten zur Wiederverwertung im Rahmen der getrennten Sammlung und Kompostierung werden zur Verminderung der Restabfallmengen gezielt in Anspruch genommen.

Mit Energie und Rohstoffen wollen wir sparsam umgehen, die Sonne sowie alle nachwachsenden Energie- und Rohstoffpotentiale vorrangig nutzen. Das Klimabündnisziel, Reduzierung unserer CO2-Emissionen auf die Hälfte bis 2010, wollen wir durch Verbesserungen von Heizsystemen und Wärmedämmung, Nutzung und Ausbau bestehender Biomasse-Nahwärmesysteme und einer Weiterführung der “Raumplanung der Nähe” erreichen.

 

Bei allen künftigen Bautätigkeiten wird auf eine harmonische, der Natur angepaßte sowie energie-, umwelt-  und rohstoffschonende Bauweise geachtet. Neubauten sollen auch möglichst zügig fertiggestellt werden.

 


Unser Weg ins 21. Jahrhundert

 

Die notwendigen Weichenstellungen am Übergang ins 21. Jahrhundert bedürfen der Vernetzung über die eigene Region hinaus. Viele europäische Städte und Gemeinden verfügen bereits über ein Leitbild für eine nachhaltige Entwicklung. Im Sinne der Verbundenheit auf das gemeinsame Ziel und aus der Notwendigkeit heraus, die kommunalen Kräfte als Gegengewicht zur Globalisierung zu bündeln, verstehen wir den "Steinbacher Weg" als “Lokale Agenda 21”*.

 

Ø      Menschen in weniger entwickelten Ländern und Regionen wollen wir aus unseren Erfahrungen Hoffnung geben, Lernprozesse vermitteln und zum eigenen Handeln anregen.

 

Ø      Wir wollen die Erfahrungen des "Steinbacher Weges" in die Entwicklung unserer gesamten Region einfließen lassen. Als unmittelbaren Anknüpfungspunkt möchten wir in die Bemühungen um eine intakte Nahversorgung unsere Nachbargemeinden aktiv einbeziehen. Zur Erhaltung wichtiger Dienstleistungen (z.B. Post, Gendarmerie, Bezirksgericht, Apotheke) und zur gemeinsamen Stärkung unserer Strukturen der Nähe wollen wir gezielt Möglichkeiten zur Zusammenarbeit suchen und unseren Beitrag zur Schaffung einer nachhaltigen Region leisten.

 

Ø      Wir wollen unseren Ruf auf die Fähigkeit begründen, das “Miteinander” besonders zu pflegen. Dies gilt auch für die Inanspruchnahme der angebotenen Leistungen in der eigenen Region wie auch für die politische Zusammenarbeit der Gemeinden.

 

Ø      Nachdem die Erneuerung der Strukturen immer im Denken der Menschen beginnt, messen wir einer zukunftsorientierten Bewusstseinsbildung große Bedeutung bei. Die Weitergabe wertvoller Erfahrung soll vor allem durch positive und lebendige zwischenmenschliche Beziehungen gestärkt werden. Unsere Erfahrungen wollen wir auch an die Landes- und Bundespolitiker herantragen und uns für gerechte und sinnvolle Rahmenbedingungen engagiert einsetzen.

 

Ø      Auf der Grundlage dieses Leitbildes sollen anstehende Probleme und neue Entwicklungschancen rechtzeitig erkannt werden. Durch das Einsetzen von Ausschüssen bzw. Projektgruppen sollen jene Strukturen und Verantwortlichkeiten geschaffen werden, um die entsprechenden Lösungsmöglichkeiten zu erarbeiten und umzusetzen. Im Sinne der Vorbildwirkung der Gemeindeverwaltung setzen ihre Mitarbeiter die Inhalte des Leitbildes beispielgebend um.

 

Ø      Eine rechtzeitige und umfassende Information der Bürger und sonstiger Interessierter über das Geschehen in unserer Gemeinde sehen wir als Gebot konsequenter Öffentlichkeitsarbeit.

 

Ø      Durch systematische Chancen- und Fehlersuche wollen wir erkennen, wohin die Entwicklungsrichtung gehen soll und wo kostbare Kraft verloren geht.

 

Ø      Eine breite Identifikation unserer Bürger mit den Inhalten des Leitbildes ist von großer Bedeutung. Trotzdem liegt es in der Freiheit und Verantwortung jedes Einzelnen, ob, wie und in welchem Maß es in sein tägliches Leben einfließt.

 

Ø      Uns ist bewusst, dass weder die persönliche Lebenslänge noch die wirtschaftliche und körperliche Kraft ausreichen, um alle Ideen und Notwendigkeiten umzusetzen bzw. auszuführen. Hier wollen wir auf die Kontinuität der Generationenfolge achten und trotz der vielen Aufgaben und Herausforderungen die nötige Gelassenheit bewahren.

 

Steinbach/Steyr, im März 1998

 

 

* Die Agenda 21 wurde bei der Weltkonferenz für Umwelt und Entwicklung 1992 von nahezu 200 Staaten als weltweit gültiges Programm für einen Übergang zu einer nachhaltigen Entwicklung beschlossen.

 

Medieninhaber und Herausgeber: Gemeinde Steinbach an der Steyr - Redaktionsteam: Bürgermeister Ing. Karl Sieghartsleitner, Dr. Christian Dörfel, Karl Schwarzelmüller, Albert Schinko, DI Günther Humer. Moderation: Mag. Josef Preundler.

Für den Inhalt verantwortlich: Gemeinderat der Gemeinde Steyr per Beschluss vom 16. März 1998.

Gestaltung: Gerlinde Dörfel, Steyr; Druck: Fa. Hilger, Steinbach

 


Entwicklungsstufen des Leitbildes

 

Grundlage 1. Fassung:

 

Erstmals wurde 1987, im Rahmen einer Klausurtagung des gesamten Gemeinderates (in Losenstein) nach jeweiligen grundsätzlichen und wertorientierten Impulsvorträgen im Plenum, das Leitbild in Gruppenarbeit erstellt und die wesentlichen Grundsätze und Ziele der künftigen Gemeindearbeit formuliert.

 

Als Diskussionsgrundlage wurde an alle Fraktionen  des Gemeinderates der erarbeitete Entwurf zur Stellungnahme weitergeleitet.

 

Ein Redaktionsteam hat die Ergänzungen und Abänderungsvorschläge der Fraktionen in den bestehenden Text des Leitbildentwurfes eingearbeitet.

 

Anschließend wurden die Meinungsbildner der Gemeinde eingeladen, den Text des Leitbildentwurfes zu hinterfragen und zu ergänzen.

 

Die diesbezüglichen Formulierungsvorschläge und inhaltlichen Ergänzungswünsche wurden vom Redaktionsteam geprüft und weitgehendst  in das Leitbild eingearbeitet.

 

In der darauffolgenden Gemeinderatssitzung wurde sodann das Leitbild, Fassung Nr. 1 im Jahr 1988 nach eingehender Diskussion einstimmig von den Mitgliedern des Gemeinderates beschlossen.

 

In einer Bürgerversammlung wurde das Leitbild der gesamten Bevölkerung präsentiert.

 

1. Überarbeitung – 2. Fassung:

 

Nach der Gemeinderatswahl 1991 wurde im Rahmen einer moderierten Gemeinderatsklausur, an der auch die kooptierten Mitglieder der Fachausschüsse teilnahmen, hinterfragt, inwieweit die Aussagen des Leitbildes der inzwischen eingetretenen Entwicklung der Gemeinde noch gerecht werden.

 

Nach der Gemeinderatswahl 1991 wurde im Rahmen einer moderierten Gemeinderatsklausur, an der auch die kooptierten Mitglieder der Fachausschüsse teilnahmen, hinterfragt, inwieweit die Aussagen des Leitbildes der inzwischen eingetretenen Entwicklung der Gemeinde noch gerecht werden.

 

In der Folge wurden die weiteren Schritte eingeleitet: Diskussion des überarbeiteten Leitbildes in den Fraktionen, Vereinen, Institutionen usw.

 

Das so überarbeitete Leitbild, Fassung Nr. 2, wurde in der Gemeinderatssitzung, die am 11. September 1992 in Reichersberg am Inn im Rahmen einer Exkursion des Gemeinderates stattfand, einstimmig von allen Fraktionen beschlossen.

Aus Anlaß der Gemeinderatswahlen 1997 wurde das Leitbild im Jänner 1998 im Rahmen der nun jährlichen Gemeinderatsklausur und unter Beteiligung der kooptierten Mitglieder der Fachauschüsse neuerlich überarbeitet.

 

Der überarbeitete Entwurf wurde allen Haushalten der Gemeinde zur Stellungnahme zugesandt. Die eingebrachten Abänderungsvorschläge bzw. Ergänzungen wurden vom Redaktionsteam eingearbeitet.

 

Am 16. März 1998 wurde der nun vorliegende Text, Leitbild Fassung Nr. 3, mit den Stimmen aller Fraktionen einstimmig beschlossen.

 

Die Mitglieder des Gemeinderates und die kooptierten Mitglieder in den Fachausschüssen wurden und werden auf die Einhaltung und Umsetzung des Leitbildes angelobt.

 

2. Überarbeitung – 3. Fassung:

 

Das nun vorliegende Leitbild, Fassung Nr. 3, wurde neuerlich allen Haushalten der Gemeinde, den Ämtern und Behörden auf  Bezirks- und Landesebene sowie den Nachbargemeinden zugestellt.